ORF / 3SAT
2009

Kunst in der Krise? Betrachtungen zum Kunstmarkt

Ein Film von Renata Schmidtkunz
OE1 TALENTE BÖRSE
04.07.2009

Martin Rille, Transmediale Kunst
Schon als Kind faszinierte ihn Technik, später die Kunst: Martin Rille, der nun sein Studium der Transmedialen Kunst an der Angewandten beendet hat. Seine Diplomarbeit wird im Herbst bei der "Langen Museen-Nacht" gezeigt.

Anne Katrin Feßler

red/ DER STANDARD, 24.06.2009

In der Installation Coded Sensation von Martin Rille, Klasse Transmediale Kunst/Brigitte Kowanz, bewegen sich Personen mit Kleidungsteilen und an Objekten, die mit alten Tonbändern überzogen wurden. Die Objekte, Mäntel und Hosen sind mit Tonköpfen versehen, die bei Berührung die Daten "lesen" und sie als verfremdete Geräusche wiedergeben. Rille gelingt auf diese Weise die Transformation taktiler in auditive Sinneswahrnehmung. Seine Installation repräsentierte die Universität für angewandte Kunst Wien sehr erfolgreich auf der Viennafair 2009.

 

Martin Rille: Coded Sensation (Klasse Transmediale Kunst, Brigitte Kowanz, Die Angewandte) Essence 2009, Universität für angewandte Kunst, Wien

 

Anne Katrin Feßler/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.06.2009

Martin Rille transportiert taktile Erfahrung in den akustischen Bereich. In "Coded Sensation" wird Kleidung zum Speicher von Erinnerung, die sich mittels Tonköpfen sinnlich abrufen lässt..."

Praxiserfahrung verschieben Kunststudenten längst nicht mehr auf die Zeit nach dem Studium. Schon während diesem nehmen die Studenten jede Möglichkeit wahr, sich in Ausstellungen und Messen zu erproben. Martin Rille etwa. Der Student der Klasse für Transmediale Kunst erntete mit seinem Performance-Projekt Coded Sensation auf der Viennafair im Mai große Aufmerksamkeit.

Rille, beeinflusst von Tanz und Kontaktimprovisation sowie der Arbeit mit blinden Menschen, hat sich in seiner Diplomarbeit, die mit anderen Arbeiten seiner Klasse derzeit in der ehemaligen Markthalle in Wien Mitte präsentiert wird, ganz auf das Taktile konzentriert. "Ich habe mich lange mit Haut als Speicher und Träger von Erinnerungen beschäftigt."

In seinem Projekt spielt die Kleidung die Rolle einer "zweiten Haut", die es galt zum Speichermedium umzufunktionieren. Den entscheidenden Ausschlag gab die Begegnung mit einer Arbeit des Medienkünstlers Nam June Paik, der 1963 erstmals Streifen von Tonbändern an die Wand applizierte und die Besucher mit Tonköpfen abnehmen ließ. Genau dieses Prinzips bedient sich nun Rille, klebt die Bänder jedoch zuvor zu "Stoffen" zusammen.

Behilflich ist ihm dabei ein Maschinchen, das er gemeinsam mit dem Assistenten der Klasse, Max Frey, aus einem Scheibenwischermotor und anderen Fundstücken gebaut hat. Und bei den modischen Kreationen, die man mittlerweile auf seiner Website CodedSensation.com erwerben kann, unterstützt ihn eine ehemalige Modestudentin. An ein großes Label würde er seine Erfindung jedoch nicht verkaufen, stellt Rille entschieden fest. Ein Patent anzumelden erwiese sich sicherlich als schwierig. Rille kann sich aber gut vorstellen, dass in Tokio in ein paar Jahren, junge Leute mit T-Shirts herumlaufen, die Musik auf diese Weise gespeichert haben. Sozusagen als Teil der eigenen Identität.

Anne Katrin Feßler

Margit Emeesz / ART-MAGAZIN.DE, 12.05.2009

Performance von Martin Rille: "Coded Sensation" – mit digitalem Tonmaterial durchsetzte Kleidung erzeugt durch Berührung eine klirrend-kratzige Klangkulisse

Anne Katrin Feßler

Sabine B. Vogl / DIE PRESSE, Print-Ausgabe, 10.05.2009

"Im schwarzgrau glänzenden Discoanzug mit tiefgezogener Kapuze sitzt die junge Frau auf der Bank, ein anderer bewegt sich langsam hin zur dunklen Fläche an der Wand, streift mit dem Finger über seinen Arm, zieht eine Spur über das Bild. Jede Bewegung begleitet von schrillem Klanggewirr. Langsam entschlüsselt sich die Szene: Die dunkle Fläche besteht aus zusammengeklebten Kassettenbändern voll ausrangierter Lieblingssongs, die mit winzigen Tonköpfen auf den Fingern abgetastet werden und über Lautsprecher in der Messehalle ertönen.

Die Performance des jungen Künstlers Martin Rille findet jeden Tag am Stand der Angewandten statt und gehört zu den bemerkenswerten Überraschungen der diesjährigen „Viennafair“."

Sabine Vogl

Brigitte Borchhardt-Birnbaumer / WIENER ZEITUNG, Print-Ausgabe, 07.05.2009

...oder ein von der Angewandten wie 2008 eingesetztes Performanceprogramm, diesmal der Studierenden von Brigitte Kowanz, fallen sofort auf. Martin Rille lässt mit "Coded Sensation" klingende Kostüme und Möbel durch Berührung von Körpern zum "Empfindungsgelände" werden...

 

Markus Mittringer / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 07.05.2009

...CODED SENSATION, dem Versuch einer Einführung eines neuen Sinns durch Brigitte Kowanz' Klasse für Transmediale Kunst....

 

 

Sonic Pages; interview, print magazine, issue 03-2008 Sonic pages