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| GYNOMORPHE | |
one channel video installation, 3min, 2004
Impossible intimacy A freshly hatched queen ant probes her environment (human skin). Martin Rille's video piece 'Gynomorphe' conveys a stunning intensity, confronting us with the alien nature of a queen ant, filmed on the skin of a human finger.
Unmögliche Intimität Eine frisch geschlüpfte Ameisenkönigin tastet ihre Umgebung (humane Haut) ab. Eine betäubende Intensität vermittelt Martin Rilles Videoarbeit "Gynomorphe" und konfrontiert mit der Fremdheit einer Ameisenkönigin, die auf einem Stück Haut eines Menschenfingers gefilmt wird. Es ist ein tastendes, kleinsträumiges Sich-um-die-eigene-Achse Drehen, bei dem sich kaum bewegende Flügel, durchsichtige Häutchen zu sehen sind, ein dreiteiliger Leib, Fühler, eine rotleuchtende Haut, ein leicht durchscheinender dunkler Tierkörper. Eine gewisseermaßen unmögliche Intimität zu dem Tier und zu der Szene entsteht, eine Art Bann geht von ihm aus, an etwas wie Erinnerung wird appeliert. Das Bild setzt bei all dem im Verschwommenen ein, stellt sich bald scharf, widmet seine Aufmerksamkeit ganz dem sonst genauso ungesehenen wie unverdeckten Ereignis der Tierbewegung und geht letztlich wieder in ein verschwommenes rotglimmendes Bild über. Vielleicht verändert sie sich, indem man sich in der Beobachtung vergisst? Tatsächlich vergessen könnte? Was immer das bedeutet. Die Befremdung, schon im titelgebenden Fremdwort Gynomorphe angespielt, hier als das vielleicht einfachste, dadurch auch unmittelbarste Mittel der Kunst.
Kunstkatalog "Raumzeitpunkte sind Ereignisse"
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